Lebensmittelindustrie

Féroce hat die Chargenrückverfolgbarkeit automatisiert und einen zehnfachen Bestellanstieg bewältigt, ohne das Markenversprechen zu brechen

Teammitglied von Féroce neben einer Palette folierter Produkte mit einem Féroce-Chargenetikett.

Féroce produziert grasgefüttertes Rinderhackfleisch, angereichert mit Innereien von Höfen ohne Schadstoffe und Arzneimittelrückstände. Ein Superfood, solange jedes Glied der Lieferkette unter Kontrolle bleibt. Das Unternehmen verankert diese Sicherheit direkt im Produkt: Ein QR-Code auf jeder Verpackung verbindet Kunden mit dem konkreten Hof, dem Produzenten und den Laborergebnissen der jeweiligen Produktionscharge.

Innerhalb eines Jahres erzielte die Marke 2 Millionen Euro Umsatz mit nur sechs Personen über den direkten Vertrieb via Shopify. Die Hälfte der Kunden hat ein Abonnement abgeschlossen. Als rasantes Wachstum und ein bevorstehender TV-Auftritt die Suche nach einem ERP beschleunigten, galt eine Anforderung als nicht verhandelbar: Das System musste sich an die QR-Code-Logik von Féroce anpassen, nicht umgekehrt.

Herausforderung

Am Anfang war es Féroce-Gründer und CEO David Nicolas selbst, der jede Bestellung mit ihrer Chargennummer verknüpfte und die QR-Codes verwaltete. Gleichzeitig koordinierte er allein eine komplexe Lieferkette mit mehreren Partnern: Zutaten, Etiketten, Rezepturen, Verpackungen und Transport. Dazu gehörten ein Fleischzerlegebetrieb mit wöchentlichen Produktionschargen von drei Tieren, ein Olivenölabfüller in Frankreich, der von einer Mühle in Südspanien beliefert wird, sowie ein Knochenbrühenproduzent, der Nebenprodukte des Fleisches von Féroce erhält.

Bei zwanzig Bestellungen täglich war das zu bewältigen. Bei Hunderten von Bestellungen wurde es zeitaufwendig. Darüber hinaus war dem Team klar, dass sich dieses Vorgehen strukturell nicht würde aufrechterhalten lassen.

Das Wachstum trieb das System auch an anderen Stellen an seine Grenzen. Das Team musste das Kühlhaus von 9 m² auf 100 m² ausbauen und das Lager auf 280 m² erweitern. Das Sortiment wuchs auf Frisch-, Tiefkühl- und Trockenprodukte mit Haltbarkeitszeiten von wenigen Tagen bis zu achtzehn Monaten. Durch die Verarbeitung ganzer Tiere, bei der jedes Schlachttier Dutzende miteinander verbundene Produktlinien ergibt, war die Materialbilanz zu komplex geworden, um sie manuell zu steuern.

Zu diesem Zeitpunkt verarbeitete Féroce bereits bis zu 200 Bestellungen täglich.

Dann wurde David Ende 2025 ausgewählt, Féroce in Qui veut être mon associé vorzustellen, dem französischen Pendant zu Die Höhle der Löwen, das im Januar 2026 auf M6 ausgestrahlt werden sollte. Innerhalb von Tagen nach der Ausstrahlung wurden Tausende von Bestellungen erwartet, und das Versprechen lückenloser Rückverfolgbarkeit für jede einzelne davon musste halten.

Warum Féroce sich für Bonx entschied

Das Team prüfte mehrere Lösungen auf der Suche nach einem System, das:

  1. sich mit den bestehenden QR-Codes des Unternehmens integrieren lässt,
  2. eine Verbindung zu Shopify und den bereits genutzten Tools herstellt und
  3. mit einem Unternehmen mitwächst, dessen Volumen sich von einer Woche auf die andere verdoppeln kann.

Generalistische ERPs erwiesen sich dabei als zu schwerfällig und zu langsam in der Einführung für den engen Zeitplan. E-Commerce-Tools (einschließlich Shippingbo) waren zu oberflächlich, um die komplexen Materialflüsse von Féroce abzubilden. Hinzu kam, dass keines der geprüften Systeme die Anforderungen an den QR-Code erfüllen konnte. Die meisten Lösungen hätten Féroce gezwungen, die systemeigene Barcodelogik zu übernehmen, was mit der Verpackungsstrategie des Unternehmens nicht vereinbar war.

Das führte Féroce zu Bonx, mit einer nicht verhandelbaren Zeitvorgabe: betriebsbereit vor dem Lagerumzug und erprobt vor der Ausstrahlung im Januar.

„Bonx hat sich an unser System angepasst, nicht umgekehrt. Als die Bestellungen über Nacht um das Zehnfache anstiegen, wurde jedes Paket nach demselben Standard verfolgt und versendet.“

— David Nicolas, Gründer von Féroce

Bonx bei Féroce in der Praxis

Bonx wurde bei Féroce in nur 42 Tagen eingeführt, integriert in die bestehende Infrastruktur, ohne diese neu schreiben zu müssen. Shopify bleibt der kommerzielle Kern, und die bestehenden Abläufe wurden beibehalten. Bonx strukturiert jedoch, was sich nicht länger manuell steuern ließ. Das umfasst:

  • Rückverfolgbarkeit nach Charge. Der bestehende QR-Code wird zum operativen Fundament. Beim Scannen während der Auftragskommissionierung identifiziert er die Charge, verknüpft sie automatisch mit der Bestellung und speichert die vollständige Historie der Rohstoffe, Analysen und Verarbeitungsschritte. Was David früher allein erledigte, läuft jetzt automatisch ab: in Echtzeit, bei beliebigem Volumen.
  • Lagerverwaltung in kontrollierten Umgebungen. Jede Lagerzone, jeder Kühlhausstandort und jede Haltbarkeit sind auf einem einzigen Dashboard sichtbar. Kommissionierer wissen, was sie wo und in welcher Reihenfolge entnehmen müssen. Chargen mit dem nächsten Ablaufdatum werden automatisch priorisiert, ohne manuelle Entscheidung und ohne Fehlerrisiko.
  • Materialbilanz. Die Verarbeitung ganzer Tiere oder komplexer Rezepturen bedeutet, dass eine Entscheidung über eine Produktlinie alle anderen beeinflusst. Bonx berechnet Umschlagsraten, erkennt Überbestands- oder Engpassrisiken frühzeitig und zeigt an, wo Produktionsvolumen angepasst werden muss, bevor ein Problem entsteht.
  • Subunternehmerverwaltung. Mit Bonx erhalten alle Dienstleister Fertigungsaufträge und melden Fortschritte innerhalb desselben Systems. Die Koordination verlagert sich von E-Mails und Telefonaten in eine gemeinsame operative Basis.

Ergebnisse und was als Nächstes kommt

Als die Folge im Januar 2026 ausgestrahlt wurde, verzehnfachten sich die Bestellungen an einem einzigen Tag. Féroce bereitete jede einzelne davon vollständig rückverfolgbar vor und versendete sie. Das Unternehmen bewies damit zweierlei: dass es ein vielfach höheres Volumen bewältigen kann und dass es dies ohne Abstriche beim Markenversprechen tut.

Dieses Ergebnis bildet die Grundlage für das, was als Nächstes kommt. Féroce hat 6 bis 7 Millionen Euro Umsatz für 2026 im Blick und 100 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren: neue Produkte, neue Lieferanten, eigene Läden und neue Vertriebskanäle. Jede weitere Komplexitätsstufe läuft über dasselbe System, das sich am härtesten Tag bewährt hat.

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